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Verachtet mir die Meister nicht
Steglitzer Handels-, Handwerks- und Gewerbebetriebe und ihre Geschichte

"Verachtet mir die Meister nicht", das ist die Botschaft des Nürnberger Schusters und Dichters Hans Sachs in seiner Schlussarie in Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg", verbunden mit dem Hinweis auf die Tradition der (deutschen) Meister, ihre beruflichen und menschlichen Fähigkeiten und Leistungen. Gemeint ist das als Aufruf zur Achtung und Wertschätzung dieses Berufsstandes der "kleinen Leute" im Vergleich zu den "Großen und Mächtigen dieser Welt".

Auch wir sind oft geneigt, große Unternehmen und Konzerne als die tragenden Säulen des Wirtschaftslebens und des Fortschritts zu sehen. Dabei sind es häufig gerade die kleinen und mittleren Betriebe, die für Wirtschaftsleistung, Beschäftigung und Ausbildungsplätze sorgen und damit für Einkommen und Wohlergehen. Der Fortschritt geht an ihnen nicht vorbei, wie ja auch Hans Sachs moderner eingestellt war, als es in seinem Lied erscheinen mag. Als Schuhmacher und Poet wusste er genau, dass man sich nicht am Alten festklammern darf und neue Generationen andere Anforderungen stellen.

Der Titel ist Programm

Das Steglitz-Museum greift dieses Motto auf und zeigt in einer Ausstellung die Geschichte kleiner und mittlerer Unternehmen. Es sind Handels-, Handwerks- und Gewerbebetriebe aus dem Berliner Südwesten - genauer aus den Ortsteilen Lankwitz, Lichterfelde, Steglitz und Südende - deren Entstehen und Entwicklung dargestellt wird. Jeder von ihnen hat seine Besonderheiten. Die meisten blicken auf eine lange Tradition in ihrem Gewerbe zurück.
Ihre Gründer waren jeweils "Meister ihres Fachs" und zeichneten sich durch besondere Fähigkeiten, Kreativität und Tatkraft aus. Zwar sind viele Betriebe noch am gleichen Standort, jedoch haben Inhalt und Art ihrer Tätigkeit sich sehr häufig gewandelt. Es waren die Anforderungen der Kundschaft, der Wettbewerb, der technische Fortschritt oder die veränderten Bedingungen des Umfeldes, die im Laufe der Zeit Änderungen und Anpassungen erforderten. 

Der begrenzte Platz in der Ausstellung führte zu einer engen Beschränkung der als Beispiele vertretenen Unternehmen. Dabei erfolgte die Auswahl nicht nach einem bestimmten Schema, sie war eher zufällig. Einige der Betriebe machten durch ihre besonderen Geschäftsziele oder die Art ihrer Beschäftigung auf sich aufmerksam. 

Der Wandel vom Dorf zum städtischen Gemeinwesen ...
Bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jh. war diese Region bestimmt von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Nur einige tausend Menschen lebten hier als Bauern, Landarbeiter oder - ganz wenige - als kleine Handwerker, verbunden mit der Landwirtschaft. Antriebskräfte für die Entwicklung waren einerseits der technische Fortschritt, symbolisiert durch den Bau der Eisenbahnlinien, mehr aber noch der von der Metropole Berlin ausgehende Aufbau der Villenvororte und Gartenstädte mit ihren neuen gesellschaftlichen Schichten. So entstand die Villenkolonie Lichterfelde als Kern eines für damalige Verhältnisse hochmodernen Gemeinwesens. In seinem Gefolge wuchs das kleine Dorf Lankwitz zu einer Gartenstadt heran, und auch in Steglitz entstanden Siedlungen, die für die Umwandlung des früheren Dorfes in ein städtisches Gemeinwesen sorgten. 

... zog die Entwicklung der Betriebe nach sich
Die Wirtschaftsstruktur mit den Handels-, Handwerks- und Gewerbebetrieben entwickelte sich parallel zum Wachstum der Siedlungen und der hier lebenden Menschen. Als nach dem Ersten Weltkrieg - vor fast 90 Jahren - der Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Lankwitz, Lichterfelde, Steglitz mit Südende erfolgte und die Eingliederung als 12. Bezirk "Steglitz" in die Metropole "Groß-Berlin", lebten hier bereits ca. 150.000 Menschen.

Der Wirtschaftskrise und dem Zerfall der jungen deutschen Demokratie folgte die Zeit der NS-Herrschaft, in der Eigentümer von kleinen und größeren Unternehmen durch die sog. "Arisierung" enteignet wurden.

Der Wiederaufbau nach Krieg und Zerstörung, erschwert durch die Teilung der Stadt, forderte von allen große Anstrengungen, Improvisationsgabe und Kreativität. Nicht alle haben überlebt, häufig war es das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers, das zum Ende des Betriebes führte.

Über diese Ausstellung
Die Wirtschaftsgeschichte des Berliner Südwestens, insbesondere auch des ehemaligen Bezirks Steglitz ist zu weiten Teilen geprägt durch kleinere und mittlere Unternehmen aus den Bereichen von Handwerk, Handel und Gewerbe. Ihren Weg und ihren Erfolg verdanken sie den Gründern und den Menschen, die sie als Nachfolger geführt haben bzw. noch führen. Die Geschichte dieser Unternehmen und der Menschen an ihrer Spitze aufzuzeigen, ist Ziel dieser Ausstellung. Fast alle der angesprochenen Firmen waren bereit, Bilder, Dokumente und Produktmuster zur Verfügung zu stellen bzw. Auskünfte zu erteilen. Dafür sagen wir an dieser Stelle unseren besonderen Dank.

Übersicht der in der Ausstellung gezeigten Firmen:

 




Artikel geändert: 2010-10-29 23:32:06


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